Wer einen Zaun ohne zusätzliche Fahrten zum Baumarkt aufstellen will, sollte nicht mit Intuition beginnen, sondern mit dem richtigen Bohrerdurchmesser.
„Bohrer für Zaunpfosten“ ist keine Einheitsgröße. Der passende Durchmesser hängt vom Pfostenprofil, der Betoniermethode und vom Boden ab.
Stimmt der Durchmesser, stehen die Pfosten gerade, der Beton füllt alle Hohlräume ohne Lufttaschen, und der Arbeitsfluss bleibt stabil – ohne Unterbrechungen wegen Kleinigkeiten.
Eine einfache Grundregel:
Der Bohrer sollte deutlich breiter sein als der Pfosten, damit der Beton genügend „Körper“ bekommt.
Runde Pfosten:
Der Bohrerdurchmesser sollte etwa 80–120 mm größer sein als der Außendurchmesser des Pfostens.
Beispiel: Pfosten Ø60 mm → Bohrer Ø150–200 mm
Ein kleinerer Durchmesser reduziert die Betonschicht und die Stabilität, ein größerer bringt keinen zusätzlichen Nutzen.
Rechteckige oder quadratische Profile:
Orientiere dich an der Diagonale des Profils und addiere ebenfalls 8–12 cm Spielraum.
So umschließt der Beton den Pfosten von allen Seiten und schützt nicht nur gegen Biegung, sondern auch gegen Verdrehen.
Der Boden beeinflusst die Wahl des Durchmessers ebenso wie die Tiefe.
Sand und Kies:
Die Lochwände neigen zum Einsturz. Hier ist es sinnvoll, eine Stufe breiter zu bohren, damit der Beton die lockere Erde verdrängt und der Pfosten nicht „wandert“.
Lehm (auch nasser Lehm):
Das Bohrloch hält seine Form. Der empfohlene Durchmesser kann beibehalten werden – wichtig ist, den Boden nicht zu stark zu „zermahlen“.
Mutterboden:
Hier lohnt es sich, tiefer, nicht breiter zu bohren. Mutterboden setzt sich mit der Zeit. Stabilität entsteht erst in den festeren Schichten darunter.
Die Tiefe ist genauso entscheidend wie der Durchmesser.
Für private Zäune sind 800–1000 mm eine sichere Basis.
Bei Torpfosten oder in offenen, windigen Lagen sollte tiefer gebohrt werden, bis eine tragfähige Schicht erreicht ist.
Wichtig: Der Boden des Lochs sollte sauber bleiben.
Wird eine „Pampe“ aus Erde und Wasser betoniert, entsteht eine weiche Zwischenschicht – der Pfosten verliert an Halt.
In wasserreichen Bereichen empfiehlt sich abschnittsweises Arbeiten:
Nicht alle Löcher auf einmal bohren, sondern bohren und sofort betonieren.
Steigt das Wasser schnell, kann ein etwas engeres Loch mit einer einfachen Schalung (z. B. Rohr) helfen – der Beton verdrängt das Wasser, nicht umgekehrt.
Qualität entsteht nicht nur im Loch, sondern im Ablauf.
Mit einer Schnellwechselaufnahme arbeitet der Bediener im Rhythmus:
Achse markieren
bohren
zum nächsten Punkt fahren
bei Bedarf kurz auf die Schaufel wechseln
Boden abziehen
zurück zum Bohrer
Dieser Ablauf reduziert:
Zickzackfahrten
unnötige Wendemanöver
„leere“ Fahrten
Wenn jedes Loch gleich ist, fließt der Beton sauber ein, die Pfosten stehen senkrecht und die Zaunlinie bleibt gerade – ohne spätere Korrekturen.
Bevor du startest, prüfe kurz:
Ist das Pfostenprofil bekannt und das reale Außenmaß gemessen?
Ermöglicht der Bohrer eine 8–12 cm dicke Betonschicht rundum?
Wurde der Boden am tatsächlichen Zaunverlauf bewertet, nicht nur „im Garten“?
Ist genügend Beton vorhanden, um ohne Schichtbildung bis zur Oberkante zu betonieren?
Wenn alle Punkte mit „Ja“ beantwortet sind, ist eine zweite Fahrt zum Baumarkt meist unnötig.
Wenn du den passenden Bohrerdurchmesser nicht nur lesen, sondern live sehen willst:
Wir zeigen dir vor Ort,
wie der richtige Durchmesser gewählt wird
wie der Arbeitsrhythmus ohne Stillstand aussieht
und wie Anbaugeräte sinnvoll eingesetzt werden
📍 JEKPO
Goethering 5, Osnabrück, Germany, 49074
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